Nach Jahren haben es die elektronischen Medien nun auch in der Öffentlichkeit den Durchbruch geschafft. Das spiegelt sich auch auf den jährlich stattfindenden Buchmessen wieder. Elektronischen Büchern wird dort seit 2010 ein jährlich wachsender Platz eingeräumt, und das rege Interesse der meist weit über hunderttausend Besucher zeigt, dass es sich hier um einen für den Buchmarkt tragenden Bereich handelt.
Über das “Digitale Wohnzimmer” wollen die Veranstalter der Leipziger Buchmesse den Besuchern vor allem die digitale Medienlandschaft näherbringen. Vertreten sind dort mittlerweile nicht mehr nur Literaturplattformen im Netz, sondern im Grunde alles, was mit digitalem Lesen zu tun hat. Ebook Reader haben bisher schon eine weite Verbreitung erfahren, und das Kindle des Buchriesen Amazon ist heute längst nur mehr eines von vielen Geräten, die das lesen von digitalen Büchern möglich machen. Hersteller wie Sony und Buchriesen wie Libri bieten mittlerweile mehrere Alternativen an. Auch auf Seiten der Hardware gibt es von Jahr zu Jahr immer wieder Weiterentwicklungen, die einfacheres und besseres Lesen möglich machen sollen. Der Leser ist hier König, und viele der neuen Geräte kommen heute mit umfangreicher Funktionalität – vermutlich nicht zuletzt, um auch den immer beliebter werdenden Tablets, die ebenfalls ein bequemes Lesen von eBooks erlauben, etwas entgegenzusetzen. Jedes Tablet ist ja praktisch von vorneherein schon auch ein Ebook Reader, und viele erhältliche Apps schlagen damit jedes reine Lesegerät.
Auch die Leipziger Buchmesse selbst hat vor zwei Jahren einen großen Schritt in die Welt des Internets getan – der wichtigste davon war dabei wohl das Onlinestellen einer eigenen Facebook-Seite. Für die Veranstalter vielleicht auch ein klein wenig überraschend, haben sich innerhalb kürzester Zeit eine hohe Zahl von Freunden der Buchmesse mit der Facebook-Seite verlinkt. Das zeigt einerseits, wie beliebt die Messe bei vielen Menschen ist, andererseits aber auch die Macht elektronischer Medien – einer Macht, der im gedruckten Bereich nichts auch nur annähernd gleichkommt.
Wenn selbst die profundesten Vertreter des gedruckten Buchs den elektronischen Medien und dem eBook Reader Zugeständnisse machen, dann bedeutet das, dass elektronische Bücher den Durchbruch nun endgültig geschafft haben. Umso mehr natürlich, wenn die Buchmesse selbst sich deutlich in elektronischen Kommunikationsnetzen und sozialen Netzwerken präsent macht.
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